„Wir brauchen eine Strategie“.
„Ach, scheiß drauf“.
„Klingt plausibel, so machen wir’s“.
Lange nichts von mir gehört? Macht euch keine Hoffnungen: das bleibt nicht so.
Nachdem wir den Hausbau hinter uns gebracht und uns eingelebt haben, beginnen wir noch einmal von vorn. Ja, ich weiß, das klingt lebensmüde. Ist es auch.
Man erinnere sich an die Idee, die hinter unserem letzten Hausbau steckte:
„Die Kinder sind bald aus dem Haus - wir werden nicht jünger - wer braucht schon einen Keller?“
War nicht die beste unserer Ideen, wie sich nach und nach herausstellte.
Die Kinder (inzwischen erwachsen) machen nicht die geringsten Anstalten auszuziehen.
Wir werden zwar tatsächlich nicht jünger, aber so eine Midlifecrisis ist auch nicht zu verachten (Definition Midlifecrisis: krisenhafte Phase in der Mitte des Lebens, in der jemand den Sinn seines bisherigen Lebens kritisch überdenkt und in Zweifel zieht). So beginne ich im April z.B. ein zweijähriges Studium, um mich noch einmal beruflich zu verändern. Mein Mann geht im Sommer in Rente. Nur der Nachwuchs …, der fühlt sich noch immer pudelwohl im Hotel Mama.
Natürlich brauchen wir einen Keller. Am besten gleich zwei! Unser Abstellraum im Dachgeschoss quillt über, und auch die Gartenhütte ist reichlich gefüllt mit Dingen, die ich nie wieder anschaffen wollte: Halloweenzeugs.
Es wird also Zeit für eine Veränderung!
Wir hatten seit einer Weile den Immobilienmarkt im Blick und liebäugelten mal mit dem einen und dann wieder mit dem anderen Bauträger. Auch Vista war mit einer größeren Ausführung eines Hauses zeitweise im Gespräch.
Aber bei genauerer Betrachtung sagte uns dann doch keines der Häuser zu.
Eine große Reihenhausfirma bot uns zwar ein günstiges Haus an, aber nicht mal das Gäste-WC war im Preis inbegriffen, es gab keinen Keller und bei Durchsicht der Unterlagen stellte man fest: hierbei handelt es sich um eine Eigentumswohnung im Hausformat.
Ein anderes Unternehmen wollte uns ein Haus ohne Garten mit Ausblick auf eine Mauer verkaufen – günstig, gute Raumaufteilung aber NEIN DANKE!
Vista hatte für uns das L-Haus im Angebot und der Vorteil wäre gewesen, dass wir bereits alles kennen, aber letztendlich ist es dazu nicht mehr gekommen, weil wir zuvor ein anderes Haus angeboten bekamen, das mehr unseren Vorstellungen entsprach, als alle anderen Häuser zuvor.
Keller, ausgebautes DG mit Bad, Gäste-WC inklusive, keine Gemeinschaftsflächen, Garage und Stellplatz, eigene Gasheizung mit Solarunterstützung, Baubeginn im nächsten Monat und ein Preis, der mich automatisch nach einem Haken suchen ließ.
Lt. Mundpropaganda schienen alle Käufer zufrieden zu sein. Selbst unserer Bank war der Bauträger ein Begriff im positiven Sinne.
Die Unterlagen (Baubeschreibung, Baugenehmigung, Skizzen, Sonderwunschlisten etc. erhielten wir prompt und konnten auch darin nichts finden, das uns in irgendeiner Form hätte misstrauisch werden lassen. Der Unterschrift des Kaufvertrags stand somit nichts mehr im Wege. Im Dezember 2019 wurden wir also noch einmal Besitzer eines „werdenden“ Eigenheims.
»Wenn der Wind der Veränderung weht,
bauen die einen Mauern
und die anderen Windmühlen.«
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