Donnerstag, 23. Januar 2020

Die ganze Kunst des Redens besteht darin, zu wissen, was man nicht sagen darf


Am 06. Januar war Herr S. bei uns zuhause, um die baulichen Sonderwünsche zu besprechen.

Der reguläre Keller besteht aus zwei Räumen und einer Diele. Wir entschieden uns jedoch für einen Keller mit drei Räumen und der Diele. In dem dritten Raum ist von unserer Seite her ein kleiner Vorratsraum geplant, damit man all das, was in der Küche nur Platz wegnimmt, einfach mal aus dem Blick etwaiger Besucher verschwinden lassen kann.

Im Erdgeschoss möchten wir gerne auf die Tür zur Küche verzichten, denn was sollen wir mit zwei Türen in einen Raum? In unserem letzten Haus hatten wir die Tür zum Wohnzimmer verschließen lassen – dieses Mal die Tür zur Küche. Schauen wir mal wie gut uns das gefallen wird.

Das Obergeschoss bleibt wie es ist - Drei Zimmer, Diele, Bad mit Wanne und Dusche.

Das Dachgeschoss hingegen wird ausgebaut, die Dachluke mit ausziehbarer Bodentreppe soll gegen eine Betontreppe getauscht, eine abschließbare Tür soll davorgesetzt und ein Bad mit Dusche soll integriert werden. Weiterhin sollen zwei zusätzliche Fenster eingebaut und eine Fußbodenheizung verlegt werden.
Anfangs war geplant neben dem Bad noch zwei weitere Zimmer ins Dachgeschoss einzubringen, aber bedingt durch die Dachneigung wären die Zimmer doch etwas winzig geworden. Nun erfolgt die Unterteilung mit Einbauschränken – hierzu später mehr.

Soviel zur Planung am 06. Januar.

In der Realität hatte der Keller – abgesehen von den Außenwänden und der Diele – bis zum 21. Januar gar keine Wände erhalten. 




In den Zwischenwänden, die die Häuser voneinander trennen sollen, herrschte bis zu diesem Datum gähnende Leere – Dämmung: Fehlanzeige.

Auf meine Rückfrage vom 18. Januar an Herrn S., wann denn die Dämmung eingebracht wird, wurde am 23.Januar mit der Frage „Welche Dämmung meinen Sie?“ reagiert.
Da war allerdings bereits die Kellerdecke gegossen und eine Antwort meinerseits erübrigte sich, weil man nun mal keinen Blick mehr zwischen die Wände werfen kann. Wie gut, dass ich die Fotos habe – nur für den Fall der Fälle, versteht sich.

So sollte es eigentlich zwischen den Wänden aussehen:



Und so sah es tatsächlich aus:



Bleibt zu hoffen, dass die Luft ausreicht, um eine Schallübertragung zum Nachbarhaus zu vermeiden …



Nun ist der Deckel drauf und wir haben ein Überraschungs-Ei.



Ein Experte ist ein Mann, 
der hinterher genau sagen kann, 
warum seine Prognose 
nicht gestimmt hat.

Montag, 20. Januar 2020

Ist wirklich alles Gold was glänzt?


Während wir uns mit den Vertragsunterlagen beschäftigten, beschäftigte sich der Bauträger bzw. die beauftragte Firma mit dem Keller.

In unserer, dem Vertrag anliegenden Baubeschreibung, ist bezüglich des Kellers Folgendes zu lesen:

„Die Kellersohle des Wohnhauses wird entsprechend der statischen Berechnung aus Stahlbeton auf einer Sauberkeitsschicht/Wärmedämmung hergestellt.
Mit Herstellung der Fundamente bzw. der Bodenplatte wird nach örtlicher Vorschrift und VDE-Richtlinie ein Fundamenterder eingebaut.
Die Kelleraußenwände werden mit wasserundurchlässigem Beton inkl. Wärmedämmung nach statischer Berechnung erstellt …"

Liest sich erstmal gut, wie ich finde. Die Kellersohle des Wohnhauses …. Klingt für mich nach einer Kellersohle eines einzelnen Hauses. Ist aber nicht so gemeint, denn





wie unschwer zu erkennen ist, handelt es sich um EINE Kellersohle für FÜNF Häuser.

Auch die Kelleraußenwände sind „gemeinsame“ Kelleraußenwände. Auch dort sind sämtliche Häuser miteinander verbunden, weshalb ich die Formulierung „des Wohnhauses“ unpassend finde.



Aber gut. Mein Fehler, dass ich nicht vorher nachgehakt habe. Lt. Herrn S. soll es dennoch keine Schallübertragung zum Nachbarhaus geben ... (Dazu jedoch später mehr. Wir widmen uns erstmal weiter den Kelleraußenwänden.)

Zitat: "Kellerwände können auf traditionelle Weise Stein für Stein gemauert oder aus Frischbeton gegossen werden. Eine weitere, zeitsparende Möglichkeit ist es, den Keller komplett aus Betonfertigteilen errichten zu lassen. Dabei werden im Werk des Herstellers zweischalige Wandelemente aus Beton gegossen und nach ihrer Aushärtung per Tieflader auf die Baustelle geliefert. Dort müssen die einzelnen Fertigteile nur noch auf ein bereits vorbereitetes Fundament montiert und durch Ortbetonverguss fugenlos miteinander verbunden werden. Die Errichtung eines Fertigkellers dauert, abhängig von der gewünschten Kellergröße, in der Regel etwa drei bis fünf Tage.

Die Fertigkellerelemente werden aus sogenanntem wasserundurchlässigen Beton (WU-Beton) hergestellt und schützen damit wirksam gegen eindringende Nässe. Da die einzelnen Betonelemente sehr groß sind, verringert sich die Anzahl von Stoßfugen, die eine potenzielle Schwachstelle darstellen, auf ein Minimum. Außerdem sind die Betonfertigteile absolut passgenau, so dass sie Feuchtigkeit überhaupt nur eine sehr geringe Angriffsfläche bieten.

Schön wär’s.
Die für uns sichtbaren Fugen zwischen den Fertigkellerelementen sind keineswegs passgenau. Im Gegenteil. Die Fugen werden nach oben hin breiter. Eine Bauwerksabdichtung ist an Stoß- und Lagerfugen nicht zu erkennen (vielleicht kommt das ja noch?)




Nein, da kommt nix. 





Das ist allerdings nicht nur an unseren Fugen der Fall.





Sicherlich wäre es schön gewesen, wenn die Fugen noch ausgemörtelt worden wären, aber so wie es ist, soll es kein Drama sein. Das Schwarze ist wohl nur ein Grundierungsanstrich als Untergrund für die Perimeterdämmung. Hoffen wir das Beste.


Schaum und Silikon ersetzt die Präzision.

Mach's noch einmal, du Trottel

„Wir brauchen eine Strategie“.
„Ach, scheiß drauf“.
„Klingt plausibel, so machen wir’s“.


Lange nichts von mir gehört? Macht euch keine Hoffnungen: das bleibt nicht so.

Nachdem wir den Hausbau hinter uns gebracht und uns eingelebt haben, beginnen wir noch einmal von vorn. Ja, ich weiß, das klingt lebensmüde. Ist es auch.
  

Man erinnere sich an die Idee, die hinter unserem letzten Hausbau steckte:
„Die Kinder sind bald aus dem Haus - wir werden nicht jünger - wer braucht schon einen Keller?“
War nicht die beste unserer Ideen, wie sich nach und nach herausstellte.

Die Kinder (inzwischen erwachsen) machen nicht die geringsten Anstalten auszuziehen.

Wir werden zwar tatsächlich nicht jünger, aber so eine Midlifecrisis ist auch nicht zu verachten (Definition Midlifecrisis: krisenhafte Phase in der Mitte des Lebens, in der jemand den Sinn seines bisherigen Lebens kritisch überdenkt und in Zweifel zieht). So beginne ich im April z.B. ein zweijähriges Studium, um mich noch einmal beruflich zu verändern. Mein Mann geht im Sommer in Rente. Nur der Nachwuchs …, der fühlt sich noch immer pudelwohl im Hotel Mama.

Natürlich brauchen wir einen Keller. Am besten gleich zwei! Unser Abstellraum im Dachgeschoss quillt über, und auch die Gartenhütte ist reichlich gefüllt mit Dingen, die ich nie wieder anschaffen wollte: Halloweenzeugs.
  
Es wird also Zeit für eine Veränderung!


Wir hatten seit einer Weile den Immobilienmarkt im Blick und liebäugelten mal mit dem einen und dann wieder mit dem anderen Bauträger. Auch Vista war mit einer größeren Ausführung eines Hauses zeitweise im Gespräch.
  
Aber bei genauerer Betrachtung sagte uns dann doch keines der Häuser zu.

Eine große Reihenhausfirma bot uns zwar ein günstiges Haus an, aber nicht mal das Gäste-WC war im Preis inbegriffen, es gab keinen Keller und bei Durchsicht der Unterlagen stellte man fest: hierbei handelt es sich um eine Eigentumswohnung im Hausformat.

Ein anderes Unternehmen wollte uns ein Haus ohne Garten mit Ausblick auf eine Mauer verkaufen – günstig, gute Raumaufteilung aber NEIN DANKE!
  
Vista hatte für uns das L-Haus im Angebot und der Vorteil wäre gewesen, dass wir bereits alles kennen, aber letztendlich ist es dazu nicht mehr gekommen, weil wir zuvor ein anderes Haus angeboten bekamen, das mehr unseren Vorstellungen entsprach, als alle anderen Häuser zuvor.

Keller, ausgebautes DG mit Bad, Gäste-WC inklusive, keine Gemeinschaftsflächen, Garage und Stellplatz, eigene Gasheizung mit Solarunterstützung, Baubeginn im nächsten Monat und ein Preis, der mich automatisch nach einem Haken suchen ließ.

Lt. Mundpropaganda schienen alle Käufer zufrieden zu sein. Selbst unserer Bank war der Bauträger ein Begriff im positiven Sinne.

Die Unterlagen (Baubeschreibung, Baugenehmigung, Skizzen, Sonderwunschlisten etc. erhielten wir prompt und konnten auch darin nichts finden, das uns in irgendeiner Form hätte misstrauisch werden lassen. Der Unterschrift des Kaufvertrags stand somit nichts mehr im Wege. Im Dezember 2019 wurden wir also noch einmal Besitzer eines „werdenden“ Eigenheims.



»Wenn der Wind der Veränderung weht,

bauen die einen Mauern

und die anderen Windmühlen.«